Firmengeschichte
Am 01. April 1930 gründete Johann Rill zusammen mit seiner Frau Elisabeth die Drechslerei Rill in Dietzenbach. Unter dem Fachbegriff „Bein- und Galalith - Dreherei“ spezialisierte er sich auf die Herstellung von handgedrechselten Manicüre – Griffen. Neben den Werkstoffen „Holz“, „Knochen“ und „Kunstharz“ wurde hauptsächlich „Galalith“ verarbeitet. „Galalith“ ist ein Werkstoff, der sich wie „Holz“ bearbeiten lässt, und besteht aus den festen Bestandteilen der Milch. Der Name „Galalith“ stammt aus dem griechischen und bedeutet übersetzt „Milchstein“. Noch heute findet dieses umweltfreundliche Material in unserem Betrieb Verwendung.
Handgedrechselte Manicüre – Griffe werden einzeln aus großen Tafeln geschnitten. Jedes einzelne Stück wird per Handarbeit gebohrt, form- und oberflächengeschliffen. So ist es möglich, individuellen Kundenwünschen gerecht zu werden. Die Länge, die Breite oder die Stärke der Griffe ist bei jedem neuen Auftrag abänderbar. Zusammen mit den Farben und den unterschiedlichsten Stahlteilen, ob vernickelt, vergoldet oder rostfreie Qualität, ergibt sich eine Vielfalt von Kombinationsmöglichkeiten.
Mit dem fünfjährigen Firmenbestehen wurde im Jahr 1935 das erste Werkstattgebäude an dem heutigen Standort in der Rathenaustraße 48 fertiggestellt und bezogen. Bereits drei Jahre später, also 1938, wurde ein zweites, größeres Produktionsgebäude am gleichen Standort errichtet. Die Produktion wurde nun in beiden Gebäuden fortgesetzt. Ein Motor setzte über mehrere Transmissionen (kugelgelagerte Gestänge mit Holzlaufrädern und Lederriemen) alle Maschinen in Gang.
Mit dem Sohn Karl Rill kam, nach Abschluß der zweijährigen Handelsschule, 1950 die zweite Generation in die Drechslerei.
Im Jahr 1958 wurde ein zweites Standbein aufgebaut: Zur Herstellung von Manicüre – Griffen aus Polystyrol wurde eine Spritzgussmaschine angeschafft. Mit dieser halbautomatischen Maschine war es nun möglich, größere Produktionsmengen innerhalb einer kürzeren Lieferzeit herzustellen. Da diese Griffe auch keine Toleranzen hatten, wechselten viele Kunden zu dem neuen Produkt. Im Laufe der Jahre setzte ein rapider Preisverfall ein, der durch den Fall der Rohstoffpreise und eine stets verbesserte Spritztechnik herbei geführt wurde.
Im Jahr 1967 wurden, durch einen Anbau mit der doppelten Grundfläche, die Produktionsräume erneut vergrößert. Jede Maschine hatte nun ihren eigenen kleinen E-Motor. Ebenso wurde auch die Absaugvorrichtung auf den neuesten Stand gebracht. Die Transmission diente nur noch dem Antrieb der Schleiftrommeln, die 1980 durch moderne Schleif- und Polierautomaten ersetzt wurden. Noch heute erinnert ein Stück der Transmission an diese alte Zeit.
1983 kam mit dem Eintritt von Enkel Rainer Rill die Zeit für die dritte Generation.
Zwischenzeitlich entwickelte sich die Drechslerei Rill als letzter Betrieb zur Herstellung der handgedrechselten Griffe und Instrumente. An dem alten Herstellungsverfahren wurde und wird auch heute noch festgehalten. Ständig wurde der Maschinenpark weiterentwickelt und modernisiert.
1985 wurde die mittlerweile veralterte und schrottreife Spritzgussmaschine abgestoßen und das zweite Standbein nach 27 Jahren wieder eingestellt. An diese Stelle rückte der Privatverkauf von hochwertigen Manicüre – Etuis und Solinger Stahlwaren in einem neu eingerichteten Verkaufsraum im Firmengebäude. Heute findet man in diesem Verkaufsraum auch die original Schweizer Messer.
Nach dem Tode von dem Firmengründer Johann Rill im Jahr 1988, absolvierte Enkel Rainer Rill die Meistervorbereitung an der Drechslerschule in Michelstadt im Odenwald. Am 02. Juli 1991 wurde die Meisterprüfung in unserem Haus unter steten Aufsicht der Prüfungskommission mit einem Notendurchschnitt von „sehr gut“ abgelegt. Damit war die Grundlage geschaffen, auch auf dem Gebiet des Traditionshandwerkes „drechseln“ zu arbeiten.
Im November 2000 wurde der Produktionszweig „Manicüre – Produkte“ der ebenfalls in Dietzenbach ansässigen Firma „HEIDI-PLAST“ übernommen. Damit waren wir wieder in der Lage, unseren Kunden neben den bewährten, hochwertigen handgedrechselten Qualitätsinstrumenten auch die preisgünstigen angespritzten Griffe anzubieten.
Seit Dezember 2001 stoßen wir mit dem Kauf einer Tampondruckmaschine in völlig neue Gefilde vor. Mit dem Tampondruck ist es möglich, glatte oder auch unebene Flächen mit Schriftzügen, Namenszeichen oder Firmenlogos zu bedrucken. Ganz nach unseren Kundenwünschen. Selbstverständlich steht der Tampondruck auch für Lohnarbeit an Fremdprodukten zur Verfügung.