Kunsthorn (Galalith)
Mit der Firmengründung hat sich unser Betrieb auf die Herstellung von handgedrechselten Manciüre - Instrumenten spezialisiert. Dabei werden hauptsächlich die Werkstoffe Acrylharz und Galalith eingesetzt.
Allgemeines
Das erste „Kunsthorn“ stellten die beiden Schweizer W. Krische und A. Spitteler 1897 bei ihren Versuchen her, den Schiefer von Schultafeln durch ein besseres Material zu ersetzen. Dabei stellten sie fest, daß sich der neue Werkstoff wie Holz, also spanabhebend, bearbeiten lässt. Ebenso ist er hygroskopisch (wasseraufnehmend), aber beständig gegen Alkohol, Äther, Benzin, Terpentin, Benzol, Fette und Öle. „Kunsthorn“ lässt sich tadellos auf mechanischem Wege als auch auf chemischem Wege polieren. Durch die Vorteile der Bearbeitung des Materials, gilt „Kunsthorn“ als einer der geeignetesten Rohstoffe für die Herstellung von Knöpfen.
„Kunsthorn“ wurde erstmals 1904 von der Internationalen Galalith- Gesellschaft Hamburg-Harburg (IGG) als „Galalith“ auf den Markt gebracht. Der Name stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt „Milchstein“. Nach dem 2. Weltkrieg wurde „Galalith“ nur noch in der Schweiz hergestellt.
Herstellung
Das Rohmaterial für „Galalith“ ist Labkasein (Lab = Ferment aus dem Kälbermagen). Dieses wird aus der Milch gewonnen. Wie bei der Käseherstellung werden der Milch Lab beigegeben und zentrifugiert. Dadurch scheiden sich Wasser und die festen Bestandteile der Milch ab. Das Wasser wird abgeschüttet, zurück bleibt die „Schotte“, dieser werden noch die Vitamine entzogen.
Nach Überprüfung des Fettgehaltes wird das körnige Kasein gemahlen und mit den jeweiligen Farben vermischt. In einer Strangpresse wird es unter Wärme und Druck zu Stäben geformt. Diese Stäbe können ebenfalls unter Wärme und Druck weiter zu Platten geformt werden.
Da das „Galalith“ zur weiteren Verarbeitung zu weich ist, muß es nun in einem Härtebad gehärtet werden. Pro 1 mm Materialstärke rechnet man mit einer Härtezeit von einer Woche. Gleiches gilt für die anschließende Trockenzeit.
Mit Ausnahme der Farbe und des Härters besteht „Galalith“ zu ca. 95% aus natürlichen Bestandteilen der Milch.
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